Eckermann feiert Goethes 100. Geburtstag

Eine Lesung der Erzählung von Hans-Peter Renfranz.

Mit Ilona Renfranz

Hans-Peter Renfranz, Fernsehredakteur und Schriftsteller (Erzählungen, Romane, Dramen), starb 1990 mit gerade mal 49 Jahren in Mainz. Er wuchs in dem schleswig-holsteinischen Dorf Hamdorf (Kreis Rendsburg- Eckernförde) auf. Studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft in Kiel und Mainz. Nach einer Tätigkeit als Regieassistent arbeitete er zuletzt, von 1966 bis zu seinem Tod, als Redakteur beim ZDF in Mainz. Dabei war er u.a. verantwortlich für die Serien "Derrick", "Der Alte" und "Ein Fall für zwei". Renfranz starb 49jährig an den Folgen eines Schlaganfalls.

Als Autor wurde er in den 70er und 80er Jahren durch Romane, Dramen und Schauspiele bekannt. Er gehörte u.a. dem PEN an und erhielt zahlreiche Literaturpreise.

Große Teile seines dramatischen Werks wurden auf der Bühne und in Rundfunk und Fernsehen realisiert. Gedruckt liegt aber vor allem sein Prosawerk vor. Im August 1987 bewirkte ein Artikel in der Wochenzeitung "Die Zeit" eine tiefgreifende Änderung im Leben von Hans-Peter Renfranz: er enthüllte das Geheimnis seines Vaters im "Dritten Reich", acht Jahre nach dessen Tod 1979. Als medizinischer Leiter einer psychiatrischen Heilanstalt im polnischen Warta war er aktiv beteiligt gewesen an der Selektion zur Euthanasie von 499 Kranken. Bis zu seinem Tod war der Sohn fortan dem Entsetzlichen auf der Spur, gab sich immer neuen Nachforschungen hin und literarischen Verarbeitungsversuchen.

Der "Eckermann" war sein letztes Werk und er stellt hier Eckermanns schwierige Beziehung zu Goethe romanhaft dar. Ilona Renfranz, seine Witwe, hatte sich bereit erklärt, aus dieser Erzählung im Rahmen des Gutenberg-Winters vorzulesen, die die Beziehung Goethes zu Eckermann, seinem "Sekretär" oder besser "Sachwalter, Nachlassverwalter, Herausgeber, Redakteur und Bibliothekar", zum Gegenstand hat.

Veranstaltung war am Sa., 31. Januar 2009, 19.30 Uhr