Schellack - JAZZ

Mit Wolfgang Müller

Samstag, den 13. Sept. 2008

Auf alten Original-Grammophonen hat Wolfgang Müller wieder Beispiele typischer akustischer Schellack-Produktionen vordestellt, diesmal ganz dem Jazz gewidmet.

Seine Leidenschaft für Schellack-Platten hat Wolfgang Müller Ende der 50er Jahre entdeckt. „Da schenkte mir ein Freund drei Stück - darunter auch ‚Küss mich, bitte bitte küss mich´ in einer Version mit ganz eigenem Rhythmus", erinnert er sich. „Diese Platte gab den Ausschlag, mich näher mit Schellack zu beschäftigen."

An der Schellackplatte schätzt er vor allem den speziellen Klang. Außerdem sei es ein gutes Gefühl, das "Original in der Hand zu haben". Davon hat er inzwischen mehrere Tausend. Natürlich hat er dafür auch verschiedene Grammophone. Im Gegensatz zu einer modernen Hifi-Anlage mit perfekter Elektronik sei ein Grammophon eine "feinmechanische Meisterleistung".

Beides – Schellack-Platten und Grammophone – waren am Samstag, den 13. September um 19.30 Uhr in der Eltviller Vinothek, Rheingauer Str. 38 zu hören und zu sehen gewesen: Sie konnten eine spannende Zeitreise erleben, diesmal in die Jazz-Ära. Wer wollte, konnte sich an diesem Abend in der Vinothek an einem Grammophon-Dummy den genauen Aufbau des Gerätes erklären lassen. Daneben hat Müller weitere Original-Grammophone, u.a. ein Trichtergrammophon von 1920, ein Schrank- und ein Tischgrammophon von 1928 und ein Koffergrammophon aus den 1930er Jahren mitgebracht.

Zu der Musik aus den Hochzeiten des Jazz gibt es unzählige interessante Informationen über die Schellackplatte. Deren Erfinder ist Emil Berliner, der die Verwendung von Hartgummi als Plattenmaterial aufgab und stattdessen eine Pressmasse nutzte, die im Wesentlichen aus der harzigen Substanz Schellack bestand.

Veranstaltung war am Samstag, den 13. Sept. 2008, 19.30 Uhr.