"Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann..."


Unter diesem Motto ging es am Freitag, den 22. September um 20 Uhr in der Eltviller Vinothek, Rheingauer Straße 38 um den wohl umstrittendsten, weil unverblümt erotischen Gesellschaftstanz, der entstanden ist aus dem sozialen Brennpunkt "Buenes Aires" in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

An diesem Abend erwartete das Publikum eine faszinierende Zeitreise durch die Geschichte des Tango, erzählt vom bekannten TV-Moderator Nick Benjamin und musikalisch dargeboten von Deutschlands Topinterpreten des Akkordeons, dem Duo Arte di Musica - Annegret Cratz und Thomas Rohoska.

In der ersten Hälfte wurden traditionelle Tanztangos virtuos gespielt: Olé Guapa, La Cumparsita, sogar ein Tango von Isaac Albeniz sowie von Leroy Anderson waren dabei. Nick Benjamin erzählte zwischen den musikalischen Beiträgen, wie der Tango entstanden ist; er rezitierte Texte, gab ein Bild der Situation der Menschen in Buenos Aires, erzählte, wie der Tango um die ganze Welt ging.

Die zweite Hälfte widmete sich Astor Piazzolla, dem genialen Begründer des Tango Nuevo, der den Tango erneuert hat durch die Einarbeitung von Jazz-Elementen und die Verwendung von ungewöhnlichen Instrumenten und Harmonien, wobei er sowohl Elemente der Klassik als auch der argentinischen Folklore integrierte und mit Einflüssen aus der Neuen Musik wie der Zwölftonmusik experimentierte.
Presseartikel aus dem Wiesbadener Kurier vom 27. Sept. 2006 "Trauriger Gedanke, den man tanzen kann" - Huldigung an den Tango in Vinothek
Wiesbadener Kurier, Presseartikel vom 28. Sept. 2006 "Tango mal, fröhlich mal melancholisch - 'Blaue Stunde des Tango' in der Eltviller Vinothek"