Rheingau Echo vom 9. November 2006: Duo Vigoroso

Kammermusik im Rosenkabinett Publikum begeistert von Britta Roscher und Ulrich Schlosser

Eltville. (jh) Das Rosenkabinett in der Eltviller Vinothek bildete den gebührenden Rahmen für die Kammermusik für Flöte und Gitarre. Mit Britta Roscher (Querflöte) und Ulrich Schlosser (Gitarre) wurde die musikalische Saison in der Vinothek vor einem interessierten Publikum eröffnet.

Ulrich Bachmann, Betreiber der Vinothek, bezog seine Weinauswahl an diesem Abend - wie immer um die Ecke denkend – zunächst auf das Hauptinstrument des Abends, die Flöte, sowie dann auf den Namen des Künstlerduos, der den Weinen folgend von Duo Vigo“rosé“ über Duo Vigo“Ress“o bis hin zum – einem Vorschlag des inzwischen längst mitspielenden Publikums folgend - Duo VinoRosso auf verschiedenste Weise verballhornt wurde. Aus der Rheingauer „ Flöte“ wurde in der „Kappes“-Saison ein Wein des Weingutes „Kohl“haas gereicht. Im Hinblick auf drei Musikstücke aus der Klassik kredenzte man einen Riesling Classic. Einem Rosé aus dem Hause Ems-Post (vom „Post“horn zur -flöte) folgte - auf den Nachnamen des Gitarristen Ulrich „Schloss“er eingehend - ein „Schloss“ Reichartshausen Riesling Kabinett des jüngsten Neuzugangs der Eltviller Vinothek, des Weingutes Balthasar Ress.

Die ausgewählten Musikstücke des Duos stammten fast allesamt aus der feder von Komponisten, die auch Gitarre studiert haben. So unter anderem Francesco Molino und der noch lebende Carl Domeniconi sowie der "Mozart der Gitarre", Mauro Giuliani. Britta Roscher interpretierte die Stücke nicht nur hervorragend, auch ihre Moderationen waren pfiffig, schlagfertig, humorvoll und geistreich.

Höhepunkte des Abends waren zweifellos die letzten drei Stücke: Astor Piazzollas bekannten „Libertango“ hat man erst vor kurzem in der Vinothek mit der Besetzung Akkordeon und Klavier von Arte di Musica gehört. Nun wurde das Stück mit gänzlich anderen Instrumenten vorgetragen - ein höchst spannender Vergleich für diejenigen, die beim Tango-Abend dabei waren. Ü berraschend war, daß dieses freiheitsbeschwörende Stück auch in der kammermusikalischen Instrumentierung nichts an Intensität einbüßte. Und was Britta Roscher und Ulrich Schlosser aus ihren Instrumenten herauszuholen vermochten, verblüffte das Publikum dann endgültig beim spanisch gefärbten furiosen Reißer „Entr'Acte“ des französischen Komponisten Jacques Ibert. Getoppt nur noch von den beiden fetzigen Candomberos des erst 1957 geborenen Argentiniers Maximo Diego Pujol, bei dem Schlosser seine Gitarre gleichzeitig als Perkussionsinstrument einsetzte.

Wer hatte vor diesem Konzert geahnt, zu was Querflöte und Gitarre zusammen klanglich imstande sind, wenn sie nur so gekonnt und inbrünstig gespielt werden wie von diesen beiden Künstlern. Natürlich wurden diese nicht ohne Zugaben entlassen.